Pixelpark AG

Investor Relations


Vision

Interview mit Horst Wagner und Michael Riese bezüglich freiwilligen Übernahmeangebots der Pixelpark AG an die Aktionäre der Elephant Seven AG

Herr Riese, Herr Wagner, welche Vorteile realisieren Sie durch die Übernahme oder das Zusammengehen?

Michael Riese: Zuerst einmal stärkt die Übernahme die Marktposition beider Unternehmen. Der Zusammenschluss der Nummer drei mit der Nummer acht des New Media-Rankings schafft ein Unternehmen mit rund 400 Mitarbeitern und einem prognostizierten Jahresumsatz von 50 Mio. EUR für 2006. Damit sind wir nach jetzigem Kenntnisstand in diesem Ranking Zweiter. Mittelfristig streben wir die Marktführerschaft in Deutschland an. Dieses Wachstum geschieht aber nicht um seiner selbst willen, sondern für die Aktionäre, Kunden und Mitarbeiter des Unternehmens. In der neuen Konstellation lässt sich die Kostenstruktur insbesondere im administrativen Bereich wesentlich günstiger gestalten, als es bei zwei Einzelunternehmen der Fall wäre. Das beginnt bei den doppelten Kosten für die Börsennotierungen und zieht sich über die Finanzierung personeller und administrativer Kapazitäten zweier Holdings. All diese Aufwendungen mindern den Gewinn. Mit der neuen Struktur werden wir große Einsparpotenziale identifizieren, die wir mit Hinblick auf die Verbesserung der Ergebnissituation realisieren werden.

In welchen Bereichen sehen Sie konkretes Einsparpotenzial?

Michael Riese: Optimierungsbedarf gibt es sicherlich bei den IT-Systemen und im Verwaltungsbereich. Zugleich gilt es, die Personalkosten zu überprüfen. Das heißt allerdings nicht, dass wir Mitarbeiter entlassen werden. Im Gegenteil, in den operativen Einheiten suchen wir aufgrund des Wachstums qualifiziertes Personal.

Horst Wagner: Im operativen Bereich realisieren wir ja auch den strategischen Vorteil: Mittelfristig verbinden wir die Kommunikationskompetenz von E7 mit der technologischen Kompetenz von Pixelpark. Die Lösungen, die unseren Kunden zukünftig einen Wettbewerbsvorsprung verschaffen werden, sind teilweise komplexer, als wir heute in der Lage wären allein anzubieten. Gemeinsam können wir auf Grund unserer spezifischen Expertise in verschiedenen Geschäftsfeldern ein ausgewogenes Dienstleistungspaket anbieten, bei dem die Strategische Beratung, das Marketing, die Kommunikation und die Systemtechnologie gleichermaßen stark ausgeprägt sind. Zusammen bietet das neue Unternehmen ein integriertes und ausgewogenes Leistungsportfolio, ohne dabei jedoch in den einzelnen Geschäftsbereichen den notwendigen, hohen Spezialisierungsgrad einzubüßen.

Formen Sie dabei einen neuen oder nur einen größeren Dienstleister?

Horst Wagner: Es gibt jede Menge Synergien, die unsere Kunden und uns inhaltlich voranbringen. Das tiefe Technologieverständnis von Pixelpark und das Markenführungs-Know-how von Elephant Seven ergänzen sich ideal. Aber natürlich spielt die Größe eines Dienstleisters eine wichtige Rolle – auch für Klienten, die umfangreichere Aufträge vergeben wollen. Das Ansteigen der Projektvolumina beobachten wir schon eine Weile. Hier wollen wir auch zukünftig mit unseren Kunden auf Augenhöhe verhandeln.

Ihr Modell sieht vor, dass auch nach der Übernahme beide Agenturmarken selbständig weitergeführt werden – warum? Nehmen sich die Agenturen nicht gegenseitig Marktanteile weg?

Horst Wagner: Wir wollen ja gemeinsam die gesamte Unternehmensgruppe weiterhin erfolgreich machen. In erster Linie müssen alle operativen Einheiten profitabel arbeiten, und darüber hinaus wollen wir Synergieeffekte realisieren. Das beginnt schon heute, wo unsere Experten beider Unternehmen gemeinsam für Kunden aus dem Medienbereich Web 2.0-Projekte in Second Life umsetzen.
Daneben haben wir bis auf Daimler-Chrysler, die traditionell mehrere Agenturen beschäftigen, keine Überschneidungen im Kundenportfolio - beide Agenturen ergänzen sich also hervorragend. Und auch bei der strategischen Ausrichtung gibt es wie angesprochen Diversifikationsmerkmale, die auch weiterhin erhalten bleiben: Elephant Seven hat seine Stärken in den Bereichen kreative Kommunikation und E-Business. Pixelpark verfügt über großes Know-how in den Bereichen Multimedia und Systemtechnologie. Wenn wir es mittelfristig schaffen, diese Stärken im Sinne der Kunden zu verbinden, profitieren davon alle Beteiligten.

Michael Riese: Außerdem sind E7 und Pixelpark Unternehmen mit einer großen Sichtbarkeit und Markenbekanntheit. Lassen Sie mich das anhand eines Beispiels verdeutlichen: Eine kürzlich von medienhandbuch.de veröffentlichte Studie ergab, dass Pixelpark und E7 von allen New Media-Dienstleistern in Deutschland mit weitem Abstand die meisten Nennungen in den Online-Medien und damit die größte Beachtung finden. Allein Pixelpark vereinigte deutlich mehr Nennungen als die Summe aller weiteren Wettbewerber, E7 dabei ausgenommen. Wir sehen daher keinen Grund, auch nur einen dieser etablierten Brands vom Markt zu nehmen.

Im Sommer wurde beim Bekanntwerden von einem „Merger unter Gleichen“ gesprochen. Nun aber wird Elephant Seven übernommen – wie kommt es dazu?

Michael Riese: Als wir im Sommer den Zusammenschluss zwischen Pixelpark und Elephant Seven bekannt gegeben haben, war der Konsens der zuvor geführten Gespräche, einen Merger von zwei gleichberechtigten, weil am Markt hervorragend positionierten Unternehmen zu vollziehen. Dabei sollten sowohl die Marktpositionierung wie auch die wirtschaftliche Situation beider Unternehmen verbessert werden. Um diese Absichten zu unterstreichen und auch ein deutliches Signal an die Mitarbeiter, Kunden und Aktionäre beider Unternehmen zu senden, sind wir in der Vorplanung von einem „Merger of Equals“ ausgegangen. Dabei haben wir jedoch schon zu diesem Zeitpunkt darauf hingewiesen, dass wir konkrete Details des Zusammenschlusses im dritten und vierten Quartal veröffentlichen. Nach der ersten Bekanntgabe im Sommer haben wir unter auch Zuhilfenahme von erfahrenen Kräften im Bereich der Unternehmensfusionierung mehrere Szenarien entwickelt, wie diese durchgeführt werden kann. Im Verlauf der Planung sind wir zu dem Schluss gekommen, dass das nun von Pixelpark ausgesprochene, freiwillige Übernahmeangebot für beide Seiten die am besten umzusetzende Lösung unter den Gesichtspunkten von Zeit und personellen wie finanziellen Kapazitäten ist. Von Seiten der Analysten haben wir diese Entscheidung auch nach Bekanntgabe bestätigt bekommen.

Horst Wagner: Alle Beteiligten haben sich ja auch für diese Lösung ausgesprochen. Ich kann nur wiederholen, dass ich unseren Aktionären ja ausdrücklich empfehle, das Pixelpark-Angebot anzunehmen: Ich bin zum einen davon überzeugt, das sich für uns als Unternehmen wie für die Aktionäre eine hervorragende Chance ergibt. Zum anderen kommt uns das Pixelpark-Angebot mit dem Umtauschverhältnis eins zu 0,95 durchaus entgegen. Und mit dieser Haltung bin ich auch nicht allein: Das geplante Vorgehen wird neben mir auch von den Hauptaktionären und dem gesamten Management von Elephant Seven gestützt, so dass schon zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Entscheidung zur Abgabe eines öffentlichen Übernahmeangebotes klar war, dass nahezu 60% des E7-Grundkapitals in Pixelpark-Aktien getauscht werden.

Pixelpark erhöht für die Übernahme der Aktien das Kapital – werden dazu auch neue Aktien ausgegeben, und wenn ja, wann etwa?

Michael Riese: Das Übernahmeangebot wird durch eine Kapitalerhöhung aus dem Genehmigten Kapital der Pixelpark gedeckt. Wir planen mindestens 75% der E7-Aktien zu erwerben. Das E7-Grundkapital beträgt zur Zeit rund 8,6 Mio. Stückaktien. Wir müssten bei einer vollständigen Übernahme daher maximal 8,2 Mio. neue Pixelpark-Aktien schaffen. Unsere Aktionäre haben auf der letzten Hauptversammlung im Sommer zur Fortführung der Wachstumsstrategie ein neues Genehmigtes Kapital von insgesamt 11,79 Mio. Euro neuer Aktien beschlossen. Das versetzt uns in die Lage, die angestrebte Mehrheit der E7-Aktien zu erlangen. Was den Zeitplan angeht, so werden wir den Umtauschprozess der Aktien bis zum Januar 2007 abgeschlossen haben, so dass wir uns von Jahresbeginn an zügig auf die sinnvolle und wertschöpfende Integration von Elephant Seven in die Pixelpark-Unternehmensgruppe konzentrieren können.



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